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31.01.2011

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| Astor
vom Koloman

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an dem wir zum 1. Mal nach langem Suchen endlich vor einem Wurf
Hovawart-Welpen stehen. Es soll ein Mädchen sein.
Leider werden diese nur zu Zuchtzwecken abgegeben. Nein, züchten wollen
wir nicht. Die Enttäuschung ist groß. Nach einigen Überlegungen
entscheiden wir uns zum Kauf eines Rüden. Die Auswahl trifft ein
rotblondes, sehr aufdringliches Kerlchen selbst für uns! Er hat
es auf uns abgesehen und weicht nicht von meiner Seite. ASTOR! Na gut,
du willst also mit? Es ist nicht zu übersehen oder -hören. Der
Züchter ist unschlüssig. Die große Familie, ein Baby und dann auch
noch ein Hundebaby? Wir räumen, wenn auch mit einem etwas mulmigen
Gefühl, seine Bedenken beiseite. Ich werde schon mit einem solchen
Rüpel und meiner Familie zurecht kommen. |
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Die ersten Tagen und Wochen im
neuen Heim zeigt sich unser neues Familienmitglied sehr anhänglich,
süß und neugierig. Aber schon bald wird aus diesem niedlichen Etwas
ein wildes, zwickendes, garstiges Untier. Nichts ist vor ihm sicher.
Ärmel, Hosenbeine, Schuhe, Püppchen, Stofftiere, Bausteine, Socken,
Handtücher,..... . Oh wie gut kann ich heute unsere Welpenkäufer
verstehen, wenn sie sich über verräterische Spuren an Armen und Beinen
beschweren. Sich die Garderobe allmählich leert. Gut, dass man den
Altkleidersack noch nicht abgegeben hat. Erziehung tut Not! Mit 5 Monaten
weiß der kleine Kerl schon sehr genau, erst ab einer bestimmten Tonlage
wird es ernst. Ab etwa dem 8. Monat weiß er gar nichts mehr! Im
Gegenteil! Er wird immer spitzfindiger. Seine Methoden uns zu umgarnen,
auszutricksen, einfach zu überlisten, wird immer raffinierter. Hier
erwacht nun endlich mein Ehrgeiz. Es wäre doch wohl..... . Unsere
"gegenseitige" Erziehung nimmt strenge Formen an. In 3 nerv-
und kräfteraubenden Monaten lerne ich, es bringt nichts die
Stimmbänder zu strapazieren. Die Strategie wird geändert. Nein heißt
nein und bleibt nein. Und wenn wir dazu 20 Minuten an ein und demselben
Fleck verbringen. Denn schließlich gibt der Klügere nach. Bekanntlich
ist der Hovawart sehr lernfähig. Als Mensch mache ich mir das zu
Nutzen. "Er" gibt nach und hat seine Ruhe. Mit der Zeit reicht
ein strenger Blick.
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So schnell sich
das Hundekind in der Familie eingelebt, mit unseren Kindern angefreundet
hat, es vergehen gut 2 Jahre, bis ich schließlich einen Hovawart habe,
wie er mir beschrieben wurde:
 | auffallend schön, groß,
kräftig - aber nicht schwerfällig |
 | langhaarig - aber
pflegeleicht |
 | sehr anhänglich,
familienbezogen - aber sehr selbstbewußt |
 | sehr einfühlsam,
freundlich - mit stark ausgeprägtem Schutztrieb |
 | wo erforderlich angenehm
unauffällig - wo immer möglich sehr temperamentvoll. |
Ich habe einen traumhaften
Begleiter, der sich jeder Situation gewachsen sieht und mir selbst immer
das Gefühl gibt, er geht für mich durch's Feuer.
Er ist immer da, für alle. Er
kennt jede Stimmungslage. Er ist immer bereit zum Einsatz als
Schmusetier, Kummerkasten, Spielkamerad, Wachhund und Freund. Niemand
mag ihn hier mehr missen. Wir können ihm unsere kleinen Kinder
anvertrauen, Haus und Garten. Auto-, Bahn- oder Schiffsreisen; er nimmt
alles gelassen. "Männlein" , so nennen wir ihn von klein auf,
ist zuverlässiger als jeder Freund. |
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| Mit 4 Jahren
bekommt er ein Hovi-Mädel "Candy" zur Hilfe. Mit wenigen
Ausnahmen übernimmt er ihre Erziehung. Uns bleiben nur leichte
Korrekturen und die Freude an 2 wunderbaren Hovawart-Hunden; den Eltern
unserer A-, B- und C vom Rothenbruch. |
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| Inzwischen ist
Astor Großvater und hat den Kosenamen Männlein abgelegt. Er ist jetzt
der "Alte Mann" und weiß dies mit Würde zu tragen. Mit 10
Jahren weiß er sehr wohl sich vor den Jungen Ruhe zu verschaffen. Er
zieht es oft vor, draußen im Garten, oder aber auf "seiner"
Matte im Schlafzimmer zu liegen. Große Wanderungen, wie wir beide sie
früher täglich gemacht haben, mag er nicht mehr. Aber seine langen
Waldspaziergänge liebt er. Sie sind für ihn selbstverständlich, wie
sein mindestens 1x täglich auftretender Anfall von jugendlichem
Übermut. Welcher Hovawart-Besitzer kennt das Spielchen nicht?
'Rückwärts springend, hopsend und tobend bewegt er sich vor den
Zweibeinern her. Immer im Abstand von etwa 2 m, damit man nicht erst zur
Vernunft kommen muß.' Man bellt, knurrt und jault, bis endlich die Luft
ausgeht. Wie oft bringt er
uns zum Lachen? Man kann ihm gar nicht böse sein. "Alter Mann, Du
kommst in die Suppe". Wie oft habe ich damit gedroht, wenn er
wieder einmal nicht zu bremsen war?
Und wie oft habe ich ihm
versprochen, dass er einen schönen Lebensabend bei uns verbringen wird.
Wie könnten wir ihm anders für diese vielen unvergesslichen Momente,
die er uns gegeben hat danken? Er hat uns leider nicht die Zeit
gelassen, unser Versprechen einzulösen. Schuld hat sein jugendlicher
Übermut, vielleicht auch ein unfähiger Tierarzt? Astor stirbt im Alter
von nur 10 Jahren an einem Hitzschlag.
Oktober 1995 |
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