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31.01.2011

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Edynjo |
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Ich
sitze seit Stunden in der Wurfkiste und glaube meinen Augen immer noch
nicht zu trauen: 1 schwarzes Pärchen liegt neben 7 weiteren Welpen (sm
und blond) an Mama Candys Zitzen. Es ist Candys 4. und letzter Wurf. Und
wie die Gene „sich begegnen“, selbst bei Tageslicht bleiben diese
beiden Babys „schwarz“, was dann wieder die bisher bekannten Aussagen
(mehr wie 3 Generationen müssen nicht berücksichtigt werden) zu Nichte
macht. |
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Das
schwarze Mädel Eyleen entwickelt sich recht schnell zu einer
selbstbewussten Persönlichkeit. Hingegen fällt ihr Bruder Edynjo durch
seine zurückhaltende Art sehr auf. Er ist DIE Ausnahme in unserer
Wurfkiste. Ein "Schönling"! Er unterscheidet sich deutlich
von allen Geschwistern und überhaupt von allen bisherigen Welpen, die wir
bisher aufzogen. Er ist weder für großartige Entdeckungen, noch für
Streitereien unter den Geschwistern („Ach, ohhh, nein, ich bitte
nicht….“) zu haben. Sobald es etwas "munterer" oder lauter
wird, sitzt das schwarze Knäuel abseits und harrt der Dinge die da
kommen. Fremde Menschen? Interessenten? Eddy verschwindet in irgendeiner
Ecke des Welpenzimmers und beobachtet jede Bewegung der Besucher. Schnell
hat er in unserer Familie den Rufnamen "Weichei" weg, der ihn
sein ganzes Leben liebevoll verfolgt.
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Eddy
ist einer der Welpen dieses Wurfes, dessen zukünftigen Besitzer sehnsüchtig
auf den Abgabetag warten. Und je näher dieser bewusste Tag heranrückt,
desto mehr kommen mir Zweifel daran, ob dieses Zuhause für ihn richtig
ist. Zum einen schwärmt sein zukünftiges Herrchen davon, endlich wieder
mit einem schwarzen Hovawart auf einem Hundeplatz „arbeiten“ zu können.
Aber doch noch eher, weil mein Mann, der sich sonst nie für einen unserer
Hunde interessierte, geschweige denn in diese Welpenvermittlung einmischt,
erstmals Zweifel zeigt. Sind bisher alle unsere Hovis, sowie die
Welpenaufzucht und alles was überhaupt mit unseren vierbeinigen
Familienmitgliedern in Zusammenhang gebracht werden kann, mein Hobby,
meine Liebe, wodurch alle unsere Hovawart-Hunde bis dahin in meiner
Verantwortlichkeit stehen, so finde ich meinen Mann immer häufiger im
Welpenauslauf, beim Spielen mit diesem Fellhäufchen vor. Auffällig ist
schließlich, dass es seiner Meinung nach, für diesen Welpen überhaupt
niemanden gibt, der wirklich geeignet ist, somit jeder weitere Interessent
den Weg zu uns umsonst fährt. Und wie anders könnte es sein? Eddy bleibt
und ist fortan Papas Hund (zumindest für die schönen Zeiten). Er ist
sehr gelehrig und, wie seine Mama Candy, leicht führbar. Er gliedert sich
überall problemlos ein, so lange fremde Menschen und Hunde seine Zurückhaltung
und das vorsichtige Annähern akzeptieren. Meine Bedenken, dies ist zu der
Zeit der 3. Rüde in unserem Rudel, sind unbegründet, da Eddy jeder
Konfrontation aus dem Wege geht. Er zeigt keine "Führungsansprüche".
Dafür erstaunt sein Dickschädel, sein Eigensinn, den man einem solchen
sanften Hund gar nicht zutraut, um so mehr. Er „hinterfragt“, schon
als Welpe, jede An- und Aufforderung an ihn („Muss das so sein? Warum
muss ich das jetzt? Du meinst das nicht sooo? Vielleicht dann doch
nicht?“) hovitypisch, so dass sein Herrchen schon bald resignierend
einsehen muss „wir sind für eine Welpenschule nicht geeignet“. Warum
Befehle befolgen, die keinen Sinn machen? Warum in die Matsche legen?
Warum im Kreis laufen? Sitz, Platz, Steh……. Wenn es wichtig ist……
Wenn nötig……. Aber nicht einfach so und ohne Grund! Jedoch ist er
stets bemüht, sich unseren Lob zu sichern. Er wächst mit jedem guten
Zureden weit über sich hinaus und nach jedem Lob ist er der „Größte“.
Er ist ein traumhaft schöner Rüde, wenn er mit stolz erhobenem Kopf und
„fröhlicher“ Rute vor uns „schwebt“. Hingegen, seine Futtermäkeligkeit
bringt uns zur Verzweiflung. Wenn er seinem gefüllten Futternapf „naserümpfend“
den Rücken kehrt…. Immer wieder nachschaut, ob nicht doch das Angebot
erneuert wird und sich schließlich genauso unbeugbar behauptet wie ich,
was dann meistens (nach 3tägiger Fastenzeit) darauf hinausläuft, dass
der Klügere (in diesem Falle der Mensch) nachgibt…. Es braucht einige
Jahre, bis er sich mit gutem
Appetit seinem Futternapf zuwendet, jedoch wird immer erst einmal
kontrolliert, ob auch das „gewisse“ Leckerchen im Futter versteckt
ist. Egal ob ein Stückchen Trockenpansen, Käse, getrocknete Leber,
gekochtes Eigelb, eine Ecke Bratwurst, etc….. Ohne geht es nicht! Er ist
ohnehin, nach seiner Mama Candy, deren sämtliche Wesensmerkmale sich in
ihm wiederspiegeln, der intelligenteste unserer Hunde. Aber auch der
empfindsamste (weiche), in befremdenden, ihm unheimlichen Situationen eher
zum defensiven Verhalten neigende Rüde. Er weicht unterwegs streitsüchtigen
Hunden, ebenso wie ihm unangenehmen Situationen/ Menschen, grundsätzlich
aus. Jedoch, ist eine Ausweichmöglichkeit für ihn immer dringend
notwendig, will man ihn nicht zum Angriff (aus Unsicherheit) zwingen.
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Im
Haus bevorzugt er zum „Rückzug“ eine Nische hinter unserer Essecke.
Und wie schnell verschwindet er in ihr, hält er es für angebracht! Auch
oder besonders dann, wenn er seine „Rechte“ überschritten und meinen
Tadel vor Augen hat.
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Eddy
ist unser 6. Hovawart, jedoch der erste, der mir im Erwachsenenalter, anlässlich
einer, wie ich meinte, erforderlichen Mensch-Hund-Auseinandersetzung, so
unmissverständlich droht, nicht weil er seinen Rang bestimmen will,
sondern aus Unsicherheit, so dass ich den Rückzug antrete. Eddy leidet,
nicht minder als ich, in den kommenden Tagen sehr unter meiner wortlosen
Nichtbeachtung. Egal in welchem Raum ich mich aufhalte, ein großer
schwarzer Schatten verfolgt mich lautlos. Er lässt sich ebenso lautlos in
meiner unmittelbaren Nähe fallen. Ob am Schreibtisch, Esstisch, in der Küche,
im Bad, neben dem Bett…… Es bricht mir fast das Herz; wie sehr er
leidet. Aber wir haben beide, er wie ich, für das gemeinsame Leben
gelernt! Gelernt dass eine Mensch-Hund-Beziehung nur dann funktioniert,
wenn sie auf gegenseitigem Respekt basiert.
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Eddy
lernt im Alltag, durch und mit unseren übrigen Hovis und er ist ein
Schmusehund. Nicht nur für uns und unsere Töchter. Seine Mama Candy
wird, "überschüttet" mit "Liebe". Oft ist ihr Köpfchen
nassgeputzt vor lauter „Zärtlichkeit“.
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Eddy ist 6 Jahre, als Candy uns
verlässt. Ihr Tod ist für ihn sehr schlimm, ja unverständlich. Es
dauert eine Weile, bis er schließlich versteht.... . Unsere übrigen
blonden Hovawart-Hündinnen sind für seine Mama kein Ersatz. Es ist
offensichtlich, das zeigt auch seine Ablehnung gegenüber deckwilligen
blonden Hovawart-Hündinnen, seine schwarzmarkenfarbene Mama hatte
insgesamt einen sehr großen Einfluss auf seine Wesensentwicklung. Er
findet weder zu Babsy, noch zu Finchen dieses Vertraute, dafür aber in
unseren einjährigen schwarzmarkenfarbenen Rüden Ilko einen
Schmuseersatz. Dass 2 körperlich gleichwertige Rüden, ein solches
harmonisches und aufeinander abgestimmtes Leben führen können ist mehr
als bewundernswert. Eddy liebt den "Kleinen" der, kaum
erwachsen, heimlich die Rudelführung übernimmt und seine überschwänglichen
Schmuseeinheiten mehr duldet als genießt. Wir schauen diesen beiden
wunderschönen Rüden fasziniert zu, wenn sie mit-/nebeneinander eine
Weide hinunterjagen. Wir belächeln dieses „Paar“, wenn es einträchtig
nebeneinander liegt wie ein altes Ehepaar. Und wir sind glücklich über
diese Harmonie zwischen den beiden Rüden. |
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Die Jahre haben an dem Verhältnis
der Beiden nichts geändert, bis zu jenem Tag im August 2006. Und dennoch,
als Ilko uns wenige Wochen später verlassen muss, gibt es unseren
„alten“ Eddy nicht mehr. Lustlos zeigt er sich während der Spaziergänge.
Selbst unser blonder Hüpfer Amara bringt ihn nicht in Schwung. Er ist in
kurzer Zeit sehr alt geworden. Seine Kurzatmigkeit macht uns Sorgen. Wir
stellen ihn mehrfach einem Tierarzt vor. Nein, sein Herz ist ok. Aber es
geht ihm nicht gut?! Eddy baut zusehends ab. Es werden schließlich
verschiedene Röntgenuntersuchungen gemacht. Diese bringen einen Tumor außerhalb
der Luftröhre zum Vorschein, der diese einengt/ abdrückt. |
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Und
wieder stehen wir in der Verantwortung bzw. vor der Frage, was ist für
unseren Rüden das Beste? Unser Tierarzt schätzt diesen Tumor als
gutartig ein, schließt aber bei einem 11,5jährigen Rüden eine solche
große Operation aus. Eine weitere Tierklinik aufsuchen? Wir müssen uns
entscheiden. Wie würde Eddy entscheiden?
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Soweit
möglich, wird er medikamentös unterstützt. So gut und so lange, wie es
für ihn angenehm ist.
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Wir beschließen, nach vielen Für
und Wider, einen Welpen in unser Rudel aufzunehmen. Natürlich muss er
schwarzmarken sein! So hoffen/ wünschen wir, dass Eddy noch einmal alles
das ausleben kann, was sein Leben bereicherte: Mit (s)einer neuen
Hundeliebe! |
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Für
diese bleibt ihm keine Zeit. Sein Urenkel Arco-Marlon kommt nur wenige
Tage nach seinem Abschied zu uns.
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Eddys
„Schatten“ ist für mich immer noch gegenwärtig. Wie oft schiebe ich
meinen Stuhl vorsichtig zurück (so leise und so dicht legte er sich
hinter mir nieder). Noch
immer ertappe ich mich dabei, dass ein „besonderes“ Leckerle in den
Futternäpfen fehlt und so sehr fehlt dieser große schöne Kopf mit
diesen klugen treuen Augen, den er, auf Streicheleinheiten wartend, in
meinen Schoß legt. Und keiner unserer übrigen Hovis besteht wie er
jemals so auf einzelnen Ritualen:
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Das
Leckerchen nach der Heimkehr eines Zweibeiners? Pflicht!
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Der
halbe Becher Hüttenkäse vor dem Futter? Pflicht!
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Der
besondere „Pfiff“ im Futter? Pflicht!
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 | Der
große harte Hundekeks nach dem Futter? Pflicht!
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Und
wenn dann jemand dieser „Pflicht“ nicht nachkommt? Es schlichtweg vergisst?
Nein, vergessen gibt es nicht.
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Man wird so lange verfolgt, oder es wird
mit breitem Popo vor der Ablage sitzend penetrant auf die große Keksdose
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gestarrt, bis endlich, endlich ein vergesslicher Mensch sich
erinnert……..
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Er,
der große schwarze, auf viele Menschen bedrohlich wirkende und doch so
sanfte Eddy, wird in seinen Nachkommen leben. Und wer weiß, irgendwann
wird sicher ein Urur(ur)enkel, ein großer schwarzer Schatten………
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Inge Krümmel
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