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31.01.2011

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Auch
Finchen soll eigentlich das "Nest" verlassen. Aber bereits im
Alter von 4 Wochen stellen wir fest, das Mädel hat "etwas". Sie
ist neugierig, sehr lernfähig in allen Bereichen, gewitzt und alles
andere als zurückhaltend. Sie braucht "ihren" Lehrer und vor
allem sollte sie arbeiten können. Der Lerneifer, der schon in diesem
kleinen Wesen steckt, ihre Begriffsfähigkeit, das Umsetzungs-
vermögen..... - es ist eine Aufgabe für mich. Ihre Entdeckungslust, ihre
Begeisterung für alle neuen Dinge kennt keine Grenzen, bis sie im 3.
Lebensmonat durch eine Bissverletzung schwere Kopf- und Augenverletzungen
davonträgt. Sie erblindet auf einem Auge. Dieser Vorfall verändert ihr
Verhalten maßgeblich. Sie büßt ihre ganze Lebensfreude, ihren
Wissendrang ein und es dauert unendlich lange, bis ihr Vertrauen in andere
vierbeinige Spielgefährten wieder hergestellt ist. Jedoch ist bis zum
heutigen Tag in vielen Situationen eine Unsicherheit unverkennbar und für
fremde Personen oder Hunde unverständlich. Wer Finchen kennt, weiß, dass
sie im Umgang mit anderen Hunden sehr verträglich ist. Sie akzeptiert
Rüden und Hündinnen gleichermaßen, sofern diese ihr freundlich gesinnt
sind. Jedoch weicht sie einer "Kampfansage" nicht aus und
"vergisst" einen Feind nie. |
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| Sehr schnell hat sie die ganze
Familie davon überzeugt, dass sie andere Ansprüche an ein
Familienleben stellt als ihre vierbeinigen Hausgenossen. Sie findet
trotz Verbot immer irgendwo ein Bett, in dem es sich gemütlich schlafen
lässt; ein Kleidungsstück zum Verbuddeln; einen Weg hinaus in den
Garten, wenn niemand die Türe öffnet; und immer
irgend jemanden zum Ungarnen. Sie hat mit der Zeit so einige
Familienmitglieder im "Griff", weil kaum jemand diesem
"Würmchen" etwas übel nehmen kann. Jede sich irgendwo
bietende Möglichkeit auf einen Schoß zu klettern, oder zumindest ihre
"lebenswichtigen" Streicheleinheiten einzufordern, nutzt sie
gnadenlos. |
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| Mit knapp 4 Jahren wird Finchen
das 1. Mal Mama. Wir erleben nun was es heißt, eine Mutterhündin mit
ausgeprägtem Schutztrieb zu haben. Es darf in den ersten 3 Wochen noch
längst nicht jeder Welpeninteressent ihre Welpen bewundern. Ebenso wenig
ist den übrigen Hunden ein Blick in die Welpenkiste gestattet. Keiner
wagt sich auch nur in die Nähe der Welpen, bis diese dann schließlich
den Garten entdecken dürfen.
Auch bei ihren 2. Wurf, 2 Jahre später, zeigt sich ihr
Schutztrieb mehr als wir gewohnt sind. Ilko ist einzig und alleine aus dem
Hunderudel auserkoren, mit ihren Kindern zu spielen, den Welpenauslauf zu
betreten. Wie es scheint überlässt sie ihm gerne ihre bald lästigen
springenden, quietschenden und zwickenden Nachkommen und sucht sich
besonders ruhige Plätze im Haus, um ungestört ihrem Schlafbedürfnis
nachzukommen. |
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| Und wer nun glaubt, dass ein
Hovawart-Mädchen mit 7 Jahren erwachsen ist, der wird von ihr eines
Besseren belehrt. Ihr Kindergesicht verspricht "ich bin
für Unfug jeder Zeit zu haben". |
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| Für sie ist ihr jüngerer
Halbbruder Ilko ein Partner, dessen Nähe sie liebt und sucht. Er war für
sie, in alle den Jahren, das wichtigste vierbeinige Rudelmitglied. Nach
seinem Tod zieht sich Finchen aus dem Hunderudel zurück und genießt es,
wenn sie an den arbeitsfreien Tagen ihres, von ihr bereits im
Junghundealter "auserwählten" Frauchen (unsere Tochter Sabrina)
ins Auto gepackt wird und in ihr 2. Zuhause reist. |
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| Inzwischen, im Alter von 11
Jahren, wird es ruhiger um Finchen und ihre Aktionen. Sie lässt Katzen
Katzen sein, Hasen werden auch nicht mehr "erschreckt". Unsere
Oldieline ist zu den "Kleinwildjägern" gewechselt und begnügt
sich auf ihre alten Tage mit Mäuschensuchen. Ihr liebstes Hobby ist
jedoch "FRESSEN" und es ist oft sehr sehr schwer, ihren
bettelnden Augen auszuweichen. Mit den Jahren kommt der "Altersstursinn"
mit dem sie unbarmherzig (ichverstehdichnicht) bemüht ist, ihre Wünsche
durchzusetzen (ach der arme alte Hund) und dem längst nicht jeder
widerstehen kann. |
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| Leider zeigt sie keinerlei
Interesse an unserem "jungen Gemüse". Besonders Knubbel Marlon
bemüht sich umsonst eifrig um Aufmerksamkeit. Finchen liebt es,
stundenlang im Garten zu liegen und "ihr" Reich zu bewachen. Es
scheint, als warte sie jeden Morgen nur darauf, dass ihre Erzfeindin, die
alte Schäferhündin "Tina", endlich auftaucht, um sie bellend
am Zaun entlang zu begleiten. Ist diese mit ihren Menschen endlich außer
Sichtweite.... Man sieht es Finchen richtig an: "Das habe ich wieder
geschafft." |
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