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31.01.2011

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Ilko
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„Sie
können jetzt herüber kommen“. Mit dem Zeigefinger auf dem Mund werde
ich in den OP-Raum geführt. Meine Babsy liegt noch auf dem OP-Tisch. Während
der Tierarzt die große Bauchwunde verschließt darf ich nun endlich
„unsere“ Babies sehen. Wie sehr hatte ich mir diesen Wurf, diese
Verpaarung gewünscht? Bot sie doch die letzte Möglichkeit unseren
Zwinger „vom Rothenbruch“ mit ebensolch wundervollen Hunden wie ihr
fortzuführen. Und
nun kommt alles ganz anders als erwartet. Das gemeinsame große Erlebnis
der Geburt wird es nicht geben. Gleich nach den ersten erfolglosen
Presswehen steht fest, ein Welpe steckt so fest, dass umgehend gehandelt
werden muss. Es bleibt
keine Zeit für „Versuche“ und so kommt nur eine Sectio in frage.
Aus
dem Körbchen unter der Wärmelampe tönen laute Protestschreie (ich
will hier raus). Dass 2 Winzlinge solch einen Lärm machen können?
„Ist ein Mädel dabei?“ Natürlich ist eines dabei; erkennbar an der
lautesten Stimme. Da für die Zukunft ein 2. Rüde in unserem Rudel
ausgeschlossen wird, ist dies für mich eine sehr gute Nachricht. Neben
dem Körbchen liegt ein lebloser Welpe. „Das ist er. Er hat
festgesteckt.“ Und bevor ich die ohnehin schon angeschlagene Fassung
verliere, wird mir erklärt, dass er lebt. Ich kann es gar nicht
glauben. Vorsichtig hebe ich das Kerlchen hoch. Er ist tot?! Er atmet
nicht und hängt leblos in meiner Hand. Mir erscheinen die Minuten
(waren es Sekunden?) endlos, bis ich seinen Herzschlag fühle. Angst und
Glück, alles mischt sich durcheinander. Ich betrachte die beiden
Schreihälse und wende mich wieder diesem Kerlchen zu. Sein Kopf ist
viel zu schwer für diesen kleinen Körper und wirklich lebendig schaut
er auch noch nicht aus, als Babsy endlich vom OP-Tisch gehoben wird. Ich
werde über die weitere Vorgehensweise informiert und darauf aufmerksam
gemacht, dass der Welpe in meiner Hand ein paar Minuten künstlich
beatmet werden musste, aber sicher gute Chancen hat sich ganz normal zu
entwickeln.
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Die
ersten Aufzuchtwochen mit nur 3 Welpen vergehen wie im Fluge. Es bleibt
viel Zeit zum Spielen, Beobachten und Genießen. Alle 3 entwickeln sich
gleichmäßig und richtig. Auch mein Sorgenkind, dessen häufiges Röcheln
mich immer wieder aufhorchen und mir keine Ruhe lässt, trotz der Erklärung
des Tierarztes (eine Folge der künstlichen Beatmung! Das wird sich mit der Zeit
geben).
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Die
Auswahl der neuen Familien für Indo und Ilko ist bereits recht früh
getroffen. Indra wird das Nest nicht verlassen!?
Die Zeit eilt dahin. Ich darf
nicht an den nahenden Abschied denken. Längst hat sich mein Herz für
Ilko entschieden. Aber was wird aus meiner Zucht? Was wird Eddy zu einem
2. Rüden im Haus sagen? Wird Ilko sich überhaupt auch weiterhin so gut
entwickeln (er röchelt mit 6 Wochen immer noch)? Kann ich ihn mit
dieser Beeinträchtigung mit gutem Gewissen abgeben? Nein, kann ich
nicht! Aber es ist nicht nur die Verantwortung, sondern viel viel mehr!
Ich habe längst, ohne es zu diesem Zeitpunkt zu ahnen, eine sehr tiefe
Bindung zu ihm aufgebaut. 1 Woche vor dem Abgabetermin steht endgültig
fest; er wird bei uns bleiben.
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Zu
keiner Zeit gibt es einen Grund, diese Entscheidung zu bereuen. Er ist
„mein“ Hovawart. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was
korrigiert oder beklagt werden müsste. Er zeigt viele Wesensmerkmale
seiner Mama Babsy. Schon jetzt als Baby ist er sehr leicht zu erziehen.
Erziehen (?) ist eigentlich das falsche Wort. Es benötigt nur wenige Übungen
oder Korrekturen. Ilko versteht mich ohne viele Worte. Es ist, als würden
wir uns schon viele Jahre kennen. Er besitzt alle diese Eigenschaften,
die ich mir von einem Hovawart erträume, die mich so an dieser Rasse
faszinieren. Er ist absolut freundlich, verträglich und ausgeglichen.
Er besitzt ein mittleres Temperament, weder einen erkennbaren Beute-
noch Kampftrieb und liebt alles winzig Kleine. Ob Meerschweinchen,
Katzen (solange sie nicht sein Reich betreten), Vögel. So oft finden
wir in unserem Garten nestjunge Vögelchen. Wie vorsichtig er sie
beschnuppert. Meist werde ich erst durch ihn auf einen „Pflegefall“
aufmerksam. Er weicht nicht von der Stelle und schaut mich hilflos mit
seinen treuen Augen an: „mach doch was“.
Diesen Blick zeigt er aber auch dann, wenn Menschen vor ihm,
seiner Größe, Angst zeigen. Oder wenn er einfach nur beachtet werden,
zum Spiel auffordern möchte. Ich liebe diesen Blick unendlich, sein
liebenswertes Wesen, alles an ihm. Er ist mein Sonnenschein! Ein Bär,
wenn er seine dicken Pfoten auf meinen Arm oder Schoß legt, um einer
Aufforderung Nachdruck zu verleihen. Ich genieße jeden Spaziergang mit
ihm bei jedem Wetter. Wie eine Feder schwebt er, trotz seiner Größe,
vor mir her. Wann enttäuscht er mich, trotz seines Eigensinns?
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Er
mag kleine bis mittelgroße Hunde, egal welche Rasse oder welches
Geschlecht. Im Umgang mit "Ebenbürtigen" ist er umgänglich.
Er sucht keinen Streit. Rüden mit auffälligem Imponiergehabe werden
von ihm nicht beachtet, solange es sich vermeiden lässt. Jedoch
versteht er keinen Spaß, wird seine "Stärke" in frage
gestellt. Immer wieder erstaunt er mich mit seiner Gutmütigkeit und
seinem guten Sozialverhalten, mit seiner Ruhe, seiner Freundlichkeit und
seiner „Vernunft“. Er kennt kein Misstrauen, keine „bösen“
Menschen oder Hunde. Und er gibt niemandem einen Grund ihm zu
misstrauen.
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Besonders
zu den wärmeren Jahreszeiten laufen auf der Straße spielende Kinder
jauchzend vor ihm weg. „Hilfe Ilko kommt!“ Und welchen Spaß macht
es ihm, wenn sie sich schließlich ergeben und ihm die Hände oder das
Kinn zum Ablecken hinhalten. Meist gibt es zum Abschied ein Leckerle.
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Ilko
ist im Haus ein eher unauffälliges Familienmitglied. Gerne liegt er
stundenlang draußen hinter dem Gartenzaun und beobachtet das Treiben
auf der Strasse. Wann hört man ihn bellen? Vielleicht um den
"unverschämten" Nachbarsrüden zu warnen? Oder aber aus
Freude! Und wenn er sich freut, dann freuen sich 55 KG Hund mit einer mächtigen
Stimme! Wer aber nun glaubt, dass eine solche „Masse“ Hund träge
oder unsportlich ist, wird überrascht von seinem Eifer bei sportlichen
Aktivitäten; wenn seine Laune es gerade zulässt.
Jedoch
ist seine Begeisterung spätestens dann gebremst, wenn es um regelmäßige
Übungen geht. Wenn er nicht will, dann will er nicht!
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Als
Jüngster in unserem Rudel wird er von allen geliebt. Selbst Eddy genießt
nach dem Tod seiner Mutter Candy Ilko’s Nähe. Nirgends ist der
„Kleine“ vor ihm sicher. Wenn dem Älteren
nach einer Schmuserunde zumute ist, kann er sehr lästig sein.
Selbst dann noch als Ilko, schon eine Weile vor dem Tod seiner Mutter, völlig
unauffällig und wie selbstverständlich die Führung in unserem
Hunderudel übernimmt. Es ist faszinierend, mit welcher Souveränität
er, gelegentlich „geplante“ Angriffe seiner Halbschwester Finchen
auf unsere „Rentnerin“ Babsy lediglich mit Einsatz seines Körpergewichtes
schon im Keim erstickt.
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Wie
selbstverständlich übernimmt er Anfang des letzten Jahres die
Erziehung seiner Tochter Amara, die 9wöchig zu uns kommt und ihn sehr
fordert. Mit welcher Geduld begegnet er diesem Powerpaket, zeigt wenn nötig
Grenzen auf und ist ein wundervoller Spielgefährte. Er
ist ein sicherer und gerechter Führer, wie es einst sein Großvater
Astor und seine Mama Babsy waren.
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Zu
keiner Zeit wird dieser Führungsanspruch in Frage gestellt bis zu
diesem Vorfall, der uns völlig unvorbereitet trifft. Ist es wirklich
unvorbereitet? Nein, eigentlich nicht! Denn schon seit einigen Wochen
(sind es nicht schon einige Monate?) bemerken wir, dass Ilko sich nach
den Spaziergängen gerne zurückzieht. Er verschwindet ins Souterrain
oder in den Garten, ohne immer wieder einmal, wie eigentlich für ihn
typisch, zu kontrollieren, ob ich noch zu Hause bin und sich dann nach
ein paar Streicheleinheiten, oder auch nach Erbetteln eines Leckerle
wieder zurückzuziehen. Wir machen für dieses Ruhebedürfnis die
manchmal „anstrengende“ Anwesenheit seiner Tochter verantwortlich,
die immer zum Spielen aufgelegt ist und ihn mit Quietschetier,
Pappkarton, Decke oder Tau überfällt und deren Aufforderung er sich
nicht so leicht entziehen kann. Da er jedoch während der langen
Spaziergänge keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigt, er in keiner
Weise beeinträchtigt wirkt und die Aufforderung zum wilden Toben durch
Wald, Wiesen, Bäche, Matsche, etc…… nicht immer nur von Amara,
sondern oft von ihm ausgeht, mache ich mir keine Gedanken über sein
Verhalten. Auch sein plötzlich auftretender Ungehorsam in Gegenwart von
anderen Hunden beunruhigt mich erst einmal nicht. Es gibt in unserer
Region mehrere heiße Hündinnen im Frühsommer, so dass es, wenn auch
bei ihm völlig ungewöhnlich, für sein ungezogenes Verhalten, jeden
Hund unbedingt begrüßen und evtl. besteigen zu müssen, eine Erklärung
gibt. Es dauert einige Zeit, bis ich sicher weiß, dass seine
„Auserkorenen“ nie weiblichen Geschlechts sind. Dieses inzwischen
auffällige unangenehme Verhalten ist immer häufiger Gesprächsthema in
unserer Familie, zumal er Eddy und seinen Schmuseeinheiten meist
sichtlich ausweicht, andererseits seine gelegentlichen, eigenen
„eindeutigen“ Annäherungsversuche unsere Aufmerksamkeit erwecken.
DAS ist nicht Ilko, wissen wir. Er erscheint mir unsicher, unstet und so
fremd. Unsere Spaziergänge werden so ausgerichtet, dass wir möglichst
wenig engeren Kontakt mit anderen Rüden haben. Sein Benehmen wird immer
auffälliger, unverständlicher. Ich suche Rat bei unserem Haustierarzt
und einer qualifizierten Hundetrainerin. Aber wonach soll gesucht
werden?
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Völlig
unerwartet trifft uns eine Auseinandersetzung zwischen unseren beiden Rüden.
Auch wenn diese unblutig endet, wir fühlen, es wird nicht die letzte
bleiben. Und es vergehen wiederum ein paar Tage, bis wir erkennen -
nicht Ilko fordert die Auseinandersetzung. Nein, er geht Eddy aus dem
Weg. Sondern der 11jährige Eddy sieht seine Zeit gekommen? Ich erinnere
mich der Zeit, in der wir uns auf Babsys Abschied vorbereiten mussten.
Sah nicht auch Finchen „ihre Zeit“ als gekommen? Aber ich darf und
kann nicht daran denken…….. Ich
will es nicht wahrhaben. Er ist doch noch so jung.
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Als
sich schließlich bei einer der regelmäßigen „Körperkontrollen“
ein winzig kleiner Knoten an Ilkos linkem Hoden ertasten lässt, sitzt
der Schock tief. Sofort suche ich mit ihm unseren Tierarzt auf. Er
versichert mir, dass fast alle Hodentumore gutartig sind; sei denn sie
sind sekundär, also als Metastasen angesiedelt. Keinesfalls kann dieser
kleine stecknadelkopfgroße Knoten Beschwerden oder Unwohlsein,
geschweige denn hormonelle Störungen verursachen. Er sieht die derzeit
unglückliche häusliche Situation als Dominanzproblem. Die Entfernung
des Hoden sollte nur in dringenden Fällen in Erwägung gezogen werden,
wozu er zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung sieht. Auch wenn ich weiß,
dass ich ihm vertrauen kann, ich bin nicht zufrieden mit diesem Ergebnis
und fasse nach jedem „Strohhalm“. Eine Woche später besuche ich mit
Ilko eine Heilpraktikerin, die mir sehr empfohlen wird. Nach wenigen
Minuten bedauere ich diesen Besuch, der nicht nur eine Menge Geld
kostet, sondern für mich die Qualität sämtlicher Homöopathen in
frage stellt. Ihre Beobachtung (das ist aber kein dominanter Rüde) ist
zu diesem Zeitpunkt vollkommen korrekt, aber ihre Diagnose (eindeutig
die Libido), die mit Pendeln etc. ausgelotet wird, ist falsch, wie sich
bald zeigt.
Dennoch
nehme ich ihren Rat, sowie ihren Behandlungsplan an.
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Inzwischen
sind 2 weitere sorgenvolle Wochen vergangen. Der Hodentumor ist auf
Haselnussgröße herangewachsen. So „normal“ und scheinbar
ungezwungen sich Ilko unterwegs mit seiner Tochter Amara verhält (ist
er nicht auch dann sehr oft lustlos, wie abwesend?), so auffallend ist
er zu Hause. Selbst Finchen wird durch sein Verhalten inzwischen
verunsichert. Unsere Besucher/ Töchter sind gehalten, ihn nur zu
beachten, wenn er selbst dies wünscht. Auch wenn er sich weiterhin
freundlich gegenüber jedermann verhält, sehen wir doch, dass er sich
sehr schnell zurückzieht und seine Ruhe sucht. Es ist erschreckend mit
anzusehen, wie er sich innerlich von uns entfernt. Des Öfteren starrt
er plötzlich nach Oben, als sehe er eine Gefahr auf sich zukommen. Oder
er erstarrt wenn ich, ohne ihn zuvor anzusprechen, liebevoll über
seinen wunderschönen Kopf streichele. Und wiederum besuche ich mit ihm
den Tierarzt. Inzwischen hat der Tumor die Größe einer halben Walnuss.
Mir wird ein OP-Termin zur Entfernung des auffälligen Hoden zusagt,
obwohl dies immer noch nicht als indiziert angesehen wird. Lediglich zu
meiner Beruhigung fassen wir diesen Termin ins Auge.
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Der
folgende Sonntag: Wir verlassen das Haus. Es trifft mich völlig
unvorbereitet, als Ilko mit aller Kraft drohend nach vorne geht. Er ist
nicht ansprechbar. Ich habe Mühe ihn zu beruhigen und seinen Blick vom
gegenüberliegenden Waldweg abzulenken. Nichts, aber auch gar nichts ist
zu entdecken. Kein Hund, kein Mensch, keine Katze, kein Vogel,……
Rein gar nichts! Erst nach ein paar anstrengenden Minuten zeigt sich,
etliche Meter von uns entfernt, der Grund seiner Erregung: Kaiko, der
hinterhältige Akita-Rüde der Nachbarin (Er ist bekannt dafür urplötzlich
aus dem Hinterhalt aufzutauchen und seine, eher alten und schwachen
Opfer ohne Vorwarnung oder irgendeine Kommunikation rücklings
anzufallen).
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Erst
nach geraumer Zeit beruhigt sich Ilko und jagt wie gewohnt mit seiner
Tochter über die Weiden. Über Zäune - unter Zäunen her, Stöckchen
suchen, Zerrspiele und Mäuschensuche. Wir befinden uns schließlich auf
einem befestigten Weg, als mir auffällt, dass Ilko seine Hinterhand
nicht unter Kontrolle hat. Er bleibt stehen, schaut mich so hilfesuchend
an, dass ich in diesem Moment spüre, ich verliere ihn. Er bricht zur
Seite weg. Ich informiere meine Familie, den Tierarzt. Als wir die
Tierarztpraxis erreichen, ist Ilko’s Hinterhand komplett gelähmt. Sämtliche
Bemühungen in dieser Nacht sind vergeblich. Dennoch, ich will, ich kann
ihn nicht aufgeben, kann mich mit einem Verdacht, mit der grausamen
Gewissheit, die nun nur bleibt, nicht abfinden und bestehe darauf; er
muss mit mir nach Hause. Hier zeigt er einen ungeheuren Appetit. Er
frisst und frisst und frisst. Egal, was ich ihm vorlege, er findet kein
Ende. Er leert mehrmals hintereinander seinen Futternapf, saugt
regelrecht eine große Tüte Trockenpansen und mehrere Tüten Schmackos
auf und scheint immer noch nicht gesättigt. Und obwohl er hier
mit mir durch eine Etage im Haus von unseren übrigen Hunden getrennt
ist, nimmt er jedes leiseste Geräusch unruhig auf, will sich
aufrichten. Kämpft und droht. Er ist schließlich nur medikamentös zu
beruhigen. Ich weiß der Gehirntumor gibt uns keine Chance. Ich muss ihn
gehen lassen.
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Ilko
der Hovawart. Ich verliere viel viel mehr als einen Hund. Ich verliere
einen wundervollen Partner, wie es ihn nie wieder geben wird. Und ich
suche nach dem Sinn, frage nach der Gerechtigkeit. Warum bleibt einem
solchen wundervollen, gutmütigen, wunderschönen Hund nicht mehr Zeit
zum Leben? Warum darf ich nicht viele schöne Jahre mit ihm verbringen?
Mich an seinem herrlichen Wesen, seiner Schönheit erfreuen? Warum nur
muss er so früh gehen?
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Die
Spaziergänge ohne ihn sind so trostlos. Die Wege scheinen endlos. Mein
Kopf ist so leer. Mein Sonnenschein ist nicht mehr da.
Es
werden noch viele Jahre vergehen bis ich mich von ihm endgültig
verabschieden kann.
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Oktober 2006
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